Staatliche Förderung für Pflege und Betreuung

Obwohl immer mehr Menschen Pflege benötigen, herrscht nach wie vor große Unkenntnis über die Möglichkeiten für eine staatliche Förderung dieser Art von Betreuung. Hier finden Sie einen Überblick.

 

Eine 24-Stunden-Pflege kostet natürlich Geld. Zum Glück gibt es die Möglichkeit, für eine solche Dienstleistung Zuschüsse zu erhalten. Die Zuschüsse zu den Betreuungskosten hängen von den Pflegestufen und einigen anderen Kriterien ab, die wir hier kurz umreissen.

Eine Voraussetzung ist, dass die Pflege dem Hausbetreuungsgesetz unterliegt und die zu pflegende Person mindestens Pflegestufe 3 (bei Demenz auch Stufe 1 oder 2) hat. Das Hauspflegegesetz regelt die Betreuung von Personen in Privathaushalten. Die Pflegekraft wohnt im Haushalt der zu betreuenden Person und die Arbeitszeit beträgt mindestens 48 Stunden in der Woche. Nach zwei Wochen mit maximal 128 Stunden Arbeitszeit bzw. Arbeitsbereitschaft muss eine Pause von ebenfalls mindestens zwei Wochen folgen. (Den kompletten Gesetzestext finden Sie hier: http://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20005362)

Die Notwendigkeit einer Pflege rund um die Uhr wird bei Pflegefällen ab Stufe 5 automatisch angenommen. Bei Pflegestufe 3 und 4 ist ein Befund des behandelnden Arztes erforderlich, der die Notwendigkeit der 24-Stunden-Pflege bestätigt.

Die Höhe der Förderung beträgt bei angestellten Pflegekräften 550 Euro pro Monat pro Pflegekraft.

Bei zwei Pflegekräften, die sich bei der Pflege abwechseln, ergibt dies dann eine Förderung von 1.100 Euro pro Monat.

Selbstständige Pflegekräfte, auch wenn sie aus einem anderen EU-Staat kommen, werden mit 275 Euro pro Pflegekraft und Monat gefördert.

Bei den Pflegebedürftigen besteht eine Einkommensgrenze von 2.500 Euro netto im Monat. Die Förderung wird nur bei Einkommen unterhalb dieser Grenze gewährt. Pflegegeld gilt nicht als Einkommensbestandteil.

Curafides kann hier keine umfassende Darstellung der rechtlichen Situation geben. Wir empfehlen bei Fragen den Kontakt mit der Wirtschaftskammer und/oder dem Sozialministerium.

Auf jeden Fall sollten Pflegebedürftige und deren Angehörige die Möglichkeiten der staatlichen Förderung für Pflege zu nutzen. Denn eine Pflegesituation ist schon eine seelische Belastung – dann soll die Pflege nicht auch noch zur finanziellen Belastung werden!

2017-04-24T09:25:50+00:00